MÜTTER. MACHT. STADT. Lecture Performance & Publikation

MÜTTER. MACHT. STADT. ist ein künstlerisches Rechercheprojekt zu Mutterschaft, Fürsorge und weiblicher Präsenz im Stadtraum Stuttgart. Ausgangspunkt sind historische Fotografien, Dokumente und zeitgenössische Stimmen von Ann-Josephin Dietz & Hannah Kindler

In der Lecture-Performance wird das Projekt sinnlich erfahrbar: Archivmaterial wird gelesen, projiziert, geteilt, einverleibt und gemeinsam weitergedacht. Körper bewegen sich durch den Raum, Bilder erscheinen auf fließenden Oberflächen. Ein Erfahrungsraum, in dem Zeug*innenschaft zu einer unterstützenden Struktur wird.

An diesem Abend wird außerdem die begleitende Publikation zur Recherche veröffentlicht.

Zur Publikation

MÜTTER. MACHT. STADT. ist das Ergebnis einer künstlerischen Recherche zu Mutterschaft, Fürsorge und der Präsenz von Frauen im Stuttgarter Stadtraum. Mutterschaft wird hier nicht ausschließlich als biologische Beziehung, sondern als gesellschaftliche Position der Fürsorge verstanden. Archivbestände vom 18. Jahrhundert bis heute, Gespräche mit Zeitgenossinnen sowie performative Methoden werden miteinander verwoben, um Fürsorge in ihren gesellschaftlichen Zusammenhängen sichtbar zu machen. Die Stimmen, die hier beleuchtet werden, haben gewirkt, gepflegt und organisiert. Sie haben Strukturen getragen und verändert, oft ohne dauerhaft sichtbar zu werden. Zwischen institutionellen Ordnungen, sozialen Erwartungen und individuellen Lebensrealitäten entsteht ein Spannungsfeld, in dem Mutterschaft immer wieder neu bestimmt wird. Die Auswahl des Materials erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern ist eine künstlerische Setzung. Die Archivquellen werden aus einem größeren Bestand herausgelöst, neu angeordnet und in Beziehung gesetzt. Perspektiven überlagern sich und widersprechen einander. Dabei entstehen Verbindungen, aber auch Lücken, die offen bleiben. Diese Publikation lädt dazu ein, neu zu ordnen und sich entlang der Spuren durch die Stadt zu bewegen.

Ann-Josephin Dietz verbindet in ihrer künstlerischen Praxis Performance, Fotografie und Installation zu partizipativen Situationen. Im Spannungsfeld zwischen digitalen und analogen Erfahrungswelten untersucht sie geschlechterkonnotierte Zuschreibungen, strukturelle Ungleichheiten sowie den Einfluss medialer Bilder auf die Wahrnehmung von Realität. Ihre Arbeiten wurden international präsentiert. Sie lebt und arbeitet in Stuttgart.

Hannah Kindler ist eine Künstlerin, deren Praxis verkörpertes Wissen durch Textil, Skulptur, Performance und Medien untersucht. Ausgehend von historischer Recherche beschäftigt sich ihre Arbeit damit, wie Macht, Geschlecht und materielle Geschichten in Körper und Objekte eingeschrieben, weitergegeben und unterbrochen werden. Sie lebt und arbeitet in Freiburg.

Das Rechercheprojekt und die Publikation werden durch das Kulturamt der Stadt Stuttgart gefördert. Die Publikation wird zudem durch die LBBW-Stiftung unterstützt.

Veranstaltungsort:
Kunststiftung Baden-Württemberg, Gerokstraße 37, 70184 Stuttgart
Veranstalter:
Ann-Josephin Dietz und Hannah Kindler im Rahmen von KUNSTCLUB 2026 der Kunststiftung Baden-Württemberg