Restaurierung und Belebung

Die meisten der über 450 Kunstwerke im öffentlichen Raum Stuttgarts sind nach 1950 entstanden. Ihr Zustand ist überwiegend stabil, einige Werke sind jedoch gefährdet. Jedes Kunstwerk benötigt ein individuelles Pflegekonzept. Witterung, Materialalterung und Vandalismus stellen unterschiedliche Anforderungen. Der Fachbereich KiöR widmet sich diesen Fragen und stellt hier seine Ergebnisse vor. 

Wie wird vorgegangen?

Der Erhalt der städtischen Kunstwerke im öffentlichen Raum ist ein zentrales Aufgabenfeld des Fachbereichs KiöR. Grundlage ist eine Zustandsanalyse aller vom Kulturamt verwalteten Objekte. Auf dieser Basis wurde eine Restaurierungsstrategie mit Kostenplangung und Priorisierungsempfehlungen entwickelt. Es wurde geprüft: Welche Werke müssen überarbeitet werden? Bestehen akute Schäden? Welche Kosten entstehen, und wer kann die Restaurierung übernehmen?

Derzeit sind 75 Werke im Kulturamt inventarisiert, voraussichtlich werden weitere stadthistorisch, politisch und kunsthistorisch wichtige Objekten dazukommen. Ziel ist es, die städtischen Kunstwerke dauerhaft zu schützen, ihren Zustand sowie die Verkehrssicherheit zu sichern und ihre kulturelle Bedeutung zu bewahren.

  • Gebäude Treffpunkt Rotebühl mit 2 Schwerlastkränen und roter Stahlskulptur

    Abbau „Lobotchevsky“ im März 2026

  • ausgebleichtes großes Knotenstück aus Metall liegt auf gepflastertem Hof

    Zentraler Knoten des „Lobotchevsky“ in der Restaurierungswerkstatt

  • blanker Stahlträger in Werkstatt

    Verzinkter Stahlträger wartet auf neue rote Lackierung

  • Große Einhausung und Gerüst für die Restaurierung der Calder-Skulptur vor dem Kunstmuseum.

    Einhausung und Gerüst für die Restaurierung der Calder-Skulptur "Crinkly avec disque rouge" vor dem Kunstmuseum

  • Blick nach oben, Mensch im Vordergrund nach oben blickend, mit einem Stab Element aus vier Teilen an einem Kran im Restaurierungsprozess auf dem Schlossplatz

    Restaurierung der Skulptur "Crinkly avec disque rouge" von Alexander Calder

  • Neue Lackierung für die Skulptur "140 Jahre Eisenbahn" von Karl-Heinz Franke

  • Transport der Skulptur "140 Jahre Eisenbahn" von Karl-Heinz Franke zum Aufstellort

Was beinhaltet eine umfassende Restaurierung?

Die Werke werden nach und nach gereinigt, gepflegt und restauriert. Vor jeder Restaurierung erfolgen Voruntersuchungen. Der Fachbereich kooperiert mit den Studiengängen Restaurierung der ABK Stuttgart sowie mit spezialisierten Restaurator*innen. Im Idealfall werden die Künstler*innen selbst einbezogen.

Zur Instandsetzung gehören auch Standortfragen und Beschilderung. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Garten-, Friedhofs- und Forstamt, dem Tiefbauamt und dem Amt für Stadtplanung und Wohnen.

Nicht alle Werke lassen sich dauerhaft im Originalzustand bewahren. Der Ansatz des Fachbereichs ist ein „sensibler Pragmatismus“ – verantwortungsvoll zwischen Erhalt und notwendiger Erneuerung abzuwägen.


Was wurde bereits restauriert?

Seit Bestehen des Fachbereichs wurden rund 35 Objekte restauriert oder ihre Pflege in die Wege geleitet. Dazu zählen auch international bedeutende Arbeiten wie Alexander Calders Mobile Crinkly avec disque rouge am Schlossplatz vor dem Kunstmuseum. Das Werk stammt aus dem Jahr 1979 und vereint statische wie dynamische Komponenten.

Außerdem wurden u.a. wieder instandgesetzt: 

Lobotchevsky von Mark Di Suvero (2026)

Große Farbwege 66/1 – Raumtor von Otto Herbert Hajek (2026)

Intra Muros II von Hüysein Altın (2026)

Farbraumobjekt von Georg Karl Pfahler (2025)

P.P.L. - Mädchen mit großem Kragen von Wolfgang Thiel in Botnang (2025)

140 Jahre Eisenbahn in Württemberg von Karl‐Heinz Franke (2024)

Stehende Figur von Gerlinde Beck (2024)

Raumkörper 76 von Horst Kuhnert (2024)

Morgen‐Abend‐Stele von Renate Hoffleit (2024)

Durchbruch von Herbert Gebauer (2023)

Weltenfahrer von Daniel Wagenblast (2023)


An was arbeiten die Restaurator*innen derzeit?

Weitere Restaurierungen sind im Gange, bzw. in Vorbereitung. Darunter die kunsthistorisch bedeutende Skulptur Lobotchevsky von Mark di Suvero vor der Volkshochschule in Stuttgart-Mitte, die 2024 unter Denkmalschutz gestellt wurde und am 16.10. wieder zurückkommt. 

Geplant sind außerdem Arbeiten an: 

Großes Raumrelief von Otto Herbert Hajek

Raumbewegung 76/86 II von Otto Herbert Hajek

Resurrection von Peter Jacobi 

Farben‐Kreisel von Rosalie

Vier Farben des Kantenspektrums, sich gegenüberstehend von Herbert Volz

  • Hajeks "Raumtor" vor der Restaurierung

  • Hajeks "Raumtor" nach der Restaurierung

  • Versetzung der Skulptur von Wolfgang Thiel "P.P.L"

  • Skulptur nach der Restaurierung von Wolfgang Thiel "P.P.L"

  • Skulptur nach der Restaurierung von Horst Kuhnert "Raumkörper 76"

  • Skulptur vor der Restaurierung von Renate Hoffleit "Morgen und Abend Stele"

  • Skulptur nach der Restaurierung von Renate Hoffleit "Morgen-/ Abend-Stele"

  • Skulptur nach der Restaurierung von Daniel Wagenblast "Weltenfahrer"

  • Skulptur nach der Restaurierung von Gerlinde Beck "Stehende Figur"


Spannende Geschichten weitererzählen 

Wem ist bewusst, wie vielfältig Stuttgarts Kunst im öffentlichen Raum ist? Viele Werke sind eng mit der Stadtgeschichte verbunden. Der Fachbereich KiöR verfolgt den Ansatz, den Bestand durch künstlerische Projekte und Aktionen sichtbarer zu machen und seine Geschichte fortzuschreiben. 

Lebende Künstler*innen werden nach Möglichkeit in Restaurierung und Vermittlung einbezogen – etwa durch kurze Interviews, begleitende Texte und Bereitstellung von Archivmaterial zu Entstehung und Pflege der Werke.

Zum Vertiefen und Erforschen: 

Digitales Archiv zum Recherchieren 
zu den Kunstwerken

Entdeckungsrouten zu Kunstwerken in den Bezirken
zu den Routen und Spaziergängen