- Künstler*in
- Alfred Hrdlicka
- Titel
-
Marsyas I
- Jahr
- 1955 / 1957–1962
- Kunstform
- Skulptur
- Material
- Bronze
- Maße
- 253 × 54 × 57 cm
- Adresse
- Stauffenbergplatz, 70173 Stuttgart, Mitte
Marsyas I: Ein übergroßer Körper streckt sich dünn und ausgemergelt zum Himmel. Der Blick und ein Arm sind nach oben ausgerichtet, die kraftlosen Beine wie im Taumel überkreuzt. Fleht die Figur? Bäumt sie sich auf?
Wer war Marsyas?
Die tragische Geschichte von Marsyas aus der griechischen Mythologie bewegte Alfred Hrdlicka zu seinem Kunstwerk. Der Sage nach verlor der Flussgott – halb Mensch, halb Tier – einen Wettstreit mit dem Gott Apoll und starb qualvoll. Der österreichische Künstler war fasziniert von Marsyas‘ Widerstand gegen die Autorität und hat das Schicksal der Sagengestalt kraftvoll auf sein bildhauerisches Material übertragen. Er selbst bezeichnete Marsyas als „mein Fleischmarkthallengeschöpf“. Wieso? Inspiration fand er in den 1950er Jahren in der Wiener Fleischmarkthalle. Seine Darstellung geht heute noch durch Mark und Bein.
Eine von drei Figuren
Marsyas I ist eines von drei Werken von Alfred Hrdlicka (1928–2009) auf dem Stauffenberg-Platz beim Alten Schloss. Seit 2008 steht Marsyas I dort neben Sterbender und Hommage à Sonny Liston. Alfred Hrdlickas unverkennbare künstlerische Handschrift lässt die drei Skulpturen wie ein Trio wirken, obwohl sie nicht als Ensemble geschaffen wurden.
Alfred Hrdlicka schuf Marsyas I in der Erstversion aus weißem Kalkstein aus dem heutigen Kroatien. Das Objekt auf dem Stauffenberg-Platz in Stuttgart ist ein Bronzeabguss, der nach dem Original angefertigt wurde. Trotz des Materialwechsels lassen sich die Spuren der ursprünglichen Steinbearbeitung noch gut ablesen.