Künstler*in
Herbert A. Böhm
Titel

Unbeschreiblich Weiblich

Jahr
1979
Kunstform
Skulptur
Material
rostroter Ruhpoldinger Marmor
Maße
2.50 × 1.23 × 0.48 m
Adresse
Königstraße 40, 70173 Stuttgart, Mitte

Unbeschreiblich weiblich ist eine freistehende, reliefartige Skulptur des Bildhauers Herbert A. Böhm (*1948). Sie wurde 1979 gefertigt und bei der Bundesgartenschau in Bonn gezeigt, bevor sie im selben Jahr beim Internationalen Kunstkongress in Stuttgart ausgestellt wurde. 1981 kaufte sie die Stadt Stuttgart an und stellte sie inmitten der belebten Fußgängerzone in der Königsstraße auf. 

Die Skulptur ist über zwei Meter hoch und aus rostrotem Ruhpoldinger Marmor gehauen. Dabei handelt es sich um einen Kalkstein, der früher für das Dekor im Sakralbau sehr begehrt war. Bei Böhms Werk scheint die Farbe des Materials die dargestellte Form eines nackten weiblichen Körpers aufzugreifen. Stein und Fleisch, Körper und Raum sind eins. Der Körper löst sich zart aus der Masse des Steins und wendet sich dem Publikum zu, verbleibt jedoch mit seinem Volumen im rohen Material. 

Böhms Skulptur wurde je nach Zeit ganz unterschiedlich wahrgenommen. In den 1980er Jahren galt der fragmentierte Akt als ästhetisch provokant und traditionelle Vorstellungen von Weiblichkeit in Frage stellend. In jüngeren Debatten wird ihm mitunter Objektifizierung unterstellt. Dabei zeigt gerade diese kontroverse Rezeption den bleibenden Wert des Werks: Es bleibt Gesprächsanlass, Reibungsfläche und Projektionsraum zugleich – und damit ein lebendiger Bestandteil der urbanen Kunstlandschaft Stuttgarts.