- Künstler*in
- Otto Herbert Hajek
- Titel
-
Leuzezeichen (Römische Erinnerung)
- Jahr
- 1978–1983
- Kunstform
- Skulptur
- Material
- Stahl
- Maße
- 7 × 7 × 5 m
- Adresse
- Am Leuzebad 2a, 70190 Stuttgart, Bad Cannstatt
Wer sich dem Leuze nähert, erkennt sofort die Handschrift des bedeutenden Stuttgarter Künstlers Otto Herbert Hajek. Er hat das gesamte Thermalbad, innen wie außen, künstlerisch gestaltet. Sein Ziel: Die Besucher*innen sollten in Kunst baden können – und zwar nicht nur im übertragenen Sinne.
Vor dem Bad begrüßt einen die Freiplastik Leuzezeichen. Überall auf dem Areal finden sich Wandreliefs und farbige Akzente, selbst die Fliesen im Außenbecken zieren seine typischen geometrischen Mustern. Sogar den riesigen Abluftschacht hat Otto Herbert Hajek zur Skulptur gemacht, sie ragt über das Bad hinaus und ist schon von Weitem sichtbar.
Denkmal für die römische Badekultur
Mit seinem Leuzezeichen, auch Römische Erinnerung genannt, setzte der Bildhauer und Künstler der Badekultur des Alten Roms ein lebendiges Denkmal. Mit dem Spiel aus Farben und Formen wollte er dazu einladen, neben dem Baden auch die Kommunikation zu pflegen – wie in den römischen Thermen.
Römische Erinnerung umfasste für ihn nicht nur die Plastik vor dem Gebäude, sondern die Gestaltung des kompletten Bads und seiner Umgebung. Historischer Hintergrund: An dieser Stelle badeten nachweislich wirklich schon Römer*innen. 1919 erwarb die Stadt Stuttgart das Kurbad von der Familie Leuze.
Otto Herbert Hajek: „Ich gab der gesamten Gestaltung des Bades den Namen Römische Erinnerung, weil dieser auf die Besonderheit dieses Mineralbades hinweisen soll: Hier haben schon die Römer gebadet, für die diese Kultur viel mehr bedeutete als nur die der Körperhygiene. Ein Bad war ein Ort der Begegnung im weitesten Sinne, wo die Kultur in ihrer Vielfältigkeit das Humane apostrophiert.“
Der Künstler und seine Kurbäder
Insgesamt drei Kurbäder realisierte Otto Herbert Hajek zusammen mit dem Stuttgarter Architekturbüro Geier + Geier: das Thermal-Sole-Bewegungsbad in Bad Schönborn (1974–1975), das Kurbad in Königstein im Taunus (1976–1977) und zuletzt das Stuttgarter Bad (1979–1983). Das Mineralbad Leuze wurde 1983 mit dem Architekturpreis des BDA – heute Bund Deutscher Architektinnen und Architekten – ausgezeichnet.