Künstler*in
Otto Herbert Hajek
Titel

Stadtzeichen 69/74

Jahr
1969-1974
Kunstform
Skulptur
Material
Stahl, Farbe
Maße
6 × 1,5 × 1,8 m
Adresse
Theodor-Heuss-Straße 2, 70173 Stuttgart, Mitte

Kaum ein Kunstschaffender prägt das Stuttgarter Stadtbild so sehr wie der von 1927 bis 2005 lebende Otto Herbert Hajek. Ab Mitte der 1960er Jahre befasste er sich viel mit Platzgestaltungen. Seine großen, in Grundfarben bemalten Stahlskulpturen findet man vielerorts in Stuttgart – er nannte sie Stadtzeichen. Solche Kunstwerke im öffentlichen Raum gehörten für ihn zu einem ideal gestalteten urbanen Platz. 

Das sechs Meter hohe Stadtzeichen 69/74 war seit 1969 – zuerst in Holz, ab 1974 aus bemaltem Stahl – zu einem markanten Erkennungszeichen in der und für die Stadt geworden. Geometrische, teils spitz zulaufende Elemente sitzen in einer vertikalen Achse aufeinander. Die Dreiecke, Trapeze und Rauten greifen in einer klaren, rhythmischen Komposition ineinander. Typisch für Hajek: die kräftigen, kontrastierenden Farben Rot, Blau und Gelb. Sie verleihen dem Werk eine signalhafte Wirkung und betonen die architektonische Klarheit.

Ausstellung Platzmal 1969 auf dem Kleinen Schlossplatz

Stadtzeichen 69/74 war einst Teil einer Platzgestaltung und als Treffpunkt und Begegnungswerk konzipiert. Es wurde zunächst auf dem Kleinen Schlossplatz aufgebaut – Anlass dazu war Platzmal, eine aufsehenerregende Einzelausstellung der Galerie der Stadt Stuttgart mit Werken von Otto Herbert Hajek. Bewusst vor statt im Museum, Tag und Nacht geöffnet, damit die Kunst auch im Vorbeigehen entdeckt werden konnte. 

In diesem Kontext überzog und verzierte Otto Herbert Hajek den Kleinen Schlossplatz mit breiten Farbstreifen und verwandelte den Platz so in eine begehbare Plastik. Spektakulär waren auch die Aktionen des Künstlers zur Vernissage und Finissage der Ausstellung: Er erklärte den Luftraum zum Kunstraum und ließ Flugzeuge farbige Kondensstreifen über Stuttgart ziehen. 

Der heutige Standort

Nach dem letzten Umbau des Kleinen Schlossplatzes mit dem Museumsneubau wurde das Stadtzeichen 69/74 im Jahr 2002 an seinen heutigen Platz an der Theodor-Heuss-Straße versetzt. Es steht dort auf einer Fußgängerinsel in einer Sichtachse mit dem Museum und erinnert an die ortsstiftende Kraft, die Kunst im öffentlichen Raum haben kann.

Otto Herbert Hajek, 1974: „Ich mache Stadtzeichen, Platzmale, Erinnerungsmale, Menschenzeichen, Denkzeichen, Merkmale, Betroffenheitsmale, Spottmale – Wetzzeichen des eigenen Bewusstseins, Stadtbilder, Mahnzeichen, Schauzeichen, Entfernungsmale, Stadtikonographien, Straßenschleusen, Kommunikationszentren, Raumzeichen – Zeichen, die am Wege stehen, Zeichen, die meinen Weg begleiten, Ich-Zeichen.“