Künstler*in
Otto Herbert Hajek
Titel

Wegezeichen 1

Jahr
1998–1999
Kunstform
Skulptur, Kunst am Bau
Material
Bronze, Farbe
Maße
11.10 m hoch
Adresse
Am Hauptbahnhof 3, 70173 Stuttgart, Mitte

Eine der größten Freiplastiken Stuttgarts

Dieses monumentale Werk thront auf einer Verkehrsinsel an der Kreuzung der Heilbronner Straße und der Straße Am Hauptbahnhof. Hier befindet sich der Hauptsitz der Sparda-Bank. Wegezeichen 1 weist nicht nur den Weg zum Bankeingang, sondern führt auch in das neue Stadtviertel, das mit Stuttgart 21 entstanden ist.

„Goldene Rakete“

Manche Stuttgarter*innen kennen die Skulptur als „goldene Rakete“ – wegen ihrer herausragenden Form, die aus Bronze gegossen wurde und innen aus einem Stahlgerüst besteht. Typisch für Otto Herbert Hajek sind die geometrischen Formen: Ein schlanker, sich nach oben leicht verjüngender Quader ragt in die Höhe. Darauf ruht ein schräg nach oben zeigender Zylinder, dessen abgeschnittenes Ende zur Straße mit dem Haupteingang der Bank deutet. 

Auf dem Quader verlaufen schräge Streifen in Rot, Gold und Blau. Sie formen ein Dreieck und betonen die Neigung des Quaders. Auch die drei Farbstreifen auf der angeschnittenen oberen Zylinderfläche verstärken die aufstrebende Dynamik der Plastik.

Sockel mit Memorialfunktion

Unten am Boden steckt die Plastik in einem Sockel. Dieser erfüllt eine besondere Funktion: Wie bei einer Inschrift auf einem Denkmal hat Otto Herbert Hajek mit dem Finger Botschaften in die weiche Gussform geritzt. Expert*innen deuten sie als sein künstlerisches Vermächtnis.

Was steht darauf? 

Auf der Südostseite: „Zeichen ortieren Orte O. H. Hajek / Kunst ist ein Wetzstein für Toleranz / Kunst ist die Möglichkeit des Unmöglichen / Kunst kündet von der Natur sie kündet von der Sehnsucht des Menschen / Kunst dient dem Menschen zur Befreiung“

Auf der Nordostseite: „Arbeiten in Kunst ist Arbeiten in Frieden / Kunst ist die Widersetzlichkeit gegen das Alltägliche / Künstlerisches Einbringen ist Sinndeutung unseres Lebens / Kunst stiftet Gemeinschaft“

Auf der Nordwestseite: „Arbeit in Kunst fördert das Verändern von Verhältnissen / Urheber-Künstler sind eine Unruhungsgruppe in der Gesellschaft / Kunst ist die Einsicht in die Entwicklung unserer Umwelt / Kunst bringt Abwesendes zur Anwesenheit“