- Künstler*in
- Reinhold Georg Müller
- Titel
-
Quetschung
- Jahr
- 1981/1982
- Kunstform
- Skulptur
- Material
- Treuchtlinger Juramarmor, Edelstahl
- Adresse
- Filderbahnstraße 29/1, 70567 Stuttgart, Möhringen
Die Skulptur Quetschung wurde 1981/82 von Reinhold Georg Müller (1937–2000) geschaffen und ist vor dem Hauptgebäude des Spitalhofs in Stuttgart-Möhringen zu sehen, der auch die Stadtteilbibliothek und Musikschulräume enthält. Sie besteht aus einem 1,9 Tonnen schweren Stein, der so wirkt, als wäre er in eine Apparatur aus Metall eingespannt und punktuell eindrückt. Diese Apparatur scheint der industriellen Serienproduktion entlehnt zu sein.
Die Entstehung und Herstellung der Skulptur dauerte etwa ein Jahr und begann mit einfachen Skizzen mit Kugelschreiber. Über Tusche- und Bleistiftzeichnungen entwickelte Müller die Idee dann weiter zu einem Modell aus Schaumstoff und Gips. Für die Ausführung entschied sich der Bildhauer für einen hellen Juramarmor und suchte den Stein vor Ort in einem Treuchtlinger Steinbruch aus – nahe seiner eigenen Heimat. Für die weitere Bearbeitung wurde das Stück in Müllers Atelier verbracht, wo es mit Presslufthammer geformt und mittels Schleifen und Polieren mit Maschine und von Hand veredelt wurde.
Mit Quetschung verweist der Künstler – früher auch als „Quetsch-Müller“ bezeichnet – auf das Bild des Zusammengedrückt-Werdens und des Komprimierens: Er möchte Kräfte und Bewegungen sichtbar machen, die uns tagtäglich körperlich wie auch seelisch bedrücken können. Das Kunstwerk zeigt, wie Dinge sich verändern können, wenn man Druck auf sie ausübt. Das Ausloten von Grenzen und die Verletzlichkeit werden dabei ebenso angesprochen wie Kraft und Widerstand.