- Künstler*in
- Werner Pokorny
- Titel
-
Haus am Boden II
- Jahr
- 1989
- Kunstform
- Skulptur
- Material
- Cortenstahl
- Maße
- 380 × 150 × 100 cm
- Adresse
- Dürrbachstraße 81, 70329 Stuttgart, Hedelfingen
Die Stahlskulptur Haus am Boden zeigt ein abstraktes Haus, das auf die Seite gekippt auf einer Wiese liegt – nicht aufgerichtet, sondern ruhig und fast zerbrechlich wirkend. Der Bildhauer Werner Pokorny (1949–2022) setzte sich in seinen Werken vielfach und variierend mit dem Motiv „Haus“ auseinander. Er reduzierte die klassische Häuserform auf ihr Wesentliches und versuchte so, auf seine Fragen Klarheit zu erlangen. Die ungewöhnliche Position des Hauses lädt das Publikum selbst zur Reflexion ein: Was bedeutet Heimat, wenn sie nicht Schutz gewährt? Wie verhalten sich Verwurzelung und Verletzlichkeit zueinander? Ohne eine eindeutige Geschichte zu erzählen, fordert die Plastik ihr Publikum auf, über Existenz, Geborgenheit und menschliche Bedingungen nachzudenken.
Pokornys Materialwahl – Blech aus wetterfestem Baustahl mit seiner rotbraun patinierten Oberfläche – verstärkt die Wirkung der künstlerischen Idee. Die Korrosion symbolisiert die Vergänglichkeit, zugleich aber auch die Beständigkeit im Wandel der Zeit. Durch die beiden geschwungenen, zum Himmel ausgerichteten Elemente erhält die Plastik aber auch eine gewisse Eigensinnigkeit, vielleicht sogar Verspieltheit. Und schafft so eine gelungene Balance zwischen Abstraktion und Symbolik, die zum Nachdenken einlädt, ohne zu dominant oder narrativ zu sein.